Ein neues Stativ zieht ein – Teil 2: das Stativ (Manfrotto MT055XPRO3 vs. Rollei C5i)

Im 2. Teil meines Beitrages geht es um das Stativ selbst.

Wie ich gestern im 1. Teil erwähnt habe, bin ich frisch gebackener Besitzer eines Manfrotto MT055XPRO3. Ich möchte gar keinen direkten Vergleich zwischen meinem bisherigen Stativ und dem neuen anstellen, da dieser auch etwas unfair wäre.

Das Rollei C5i hat mir wie bereits geschrieben einen super Dienst im Laufe der letzten 2,5 Jahre erwiesen. Es hat gemacht was es soll, war stabil genug, meine Kamera ist immer heil geblieben und es hat so einige Kilometer, von Monaco bis Kreta, mit mir zusammen zurück gelegt und problemlos überstanden. Es stand Meter tief im Wasser und im Dreck und wurde wirklich nicht geschont. Da verzeihe ich ihm die kleinen Altersschwächen, die es so langsam zeigt. Und das alles für knapp 100€ Anschaffungspreis (inkl. Kopf!).

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Trotzdem kommen mit der Zeit ein paar Vorstellungen auf, wie das ideale Stativ sein sollte und was man sich in der Handhabung evtl. anders wünschen würde.
Diese Wünsche und die eben genannten „Altersschwächen“ (z.B. Stativbeine, die schon etwas haken beim ein- und ausfahren) waren der Grund für meine Neuanschaffung.

Wonach genau habe ich gesucht?

Enorm wichtig war mir die Qualität und die Stabilität des neuen Stativs. Auch das Rollei war im Prinzip immer stabil genug für meine Verwendung, aber in der einen oder anderen Situation musste ich schon ein wenig improvisieren, gerade dann, wenn ich mit Gummistiefeln und Kamera knietief im Fluss stand.

Das heißt: ich wollte an Stabilität und Verarbeitung eine deutliche Verbesserung um auch in Zukunft für die wildesten Aktionen gewappnet zu sein. Dieses Stativ soll keine weiteren 2,5 Jahre im Einsatz sein, sondern gerne die nächsten 10 Jahre.

Ein für mich ganz wichtiger Aspekt war ebenfalls der Mechanismus zum aus- und einklappen der Stativbeine.
Wer das Rollei kennt weiß, dass es sich hier um Schraubverschlüsse handelt. Für diejenigen, die es nicht so häufig nutzen ist das sicher kein Problem.
Wenn man das Stativ jedoch häufig im Einsatz hat und dieses immer wieder höher- und niedriger stellt, ein- und ausfährt – dann kann der Schraubmechanismus echt nervig sein. Zudem muss man immer schauen, dass man die Verschlüsse wirklich fest dreht, da sonst die Beine heimlich und leise Stück für Stück einfahren.
Daher meine Anforderung an den neuen Kandidaten: definitiv ein Schnellschluss-/ Klick-System.

Wer den ersten Teil zum Stativkopf gelesen hat weiß, dass mir noch eine weitere Sache enorm wichtig war, wenn es um die neue Kombi aus Stativ und Stativkopf geht:
Das Thema Hochformat.

Der neue Stativkopf alleine ermöglicht es mir noch nicht auch im Hochformat völlig flexibel in der Wahl des Bildausschnittes zu sein, weil ich auch hier die Achsen nicht beliebig neigen kann.
Vielmehr brauche ich ein Stativ, bei welchem ich die Mittelsäule nicht nur vertikal, sondern auch horizontal nutzen kann.
Ein weiterer Vorteil der sich daraus ergibt ist, dass man mit der 90 Grad Neigung der Mittelsäule wahnsinnig bodennah mit der Kamera kommt.

Um es beim Thema Stativauswahl kurz zu halten:

Das Manfrotto MT055XPRO3 lässt keinen meiner Wünsche offen und ist damit mein persönlicher Sieger geworden.
Natürlich habe ich auch beim Stativ ein maximales Budget im Kopf gehabt.
Hier ist mir jedoch wichtig zu erwähnen, dass das Stativ gerade für einen Landschaftsfotografen so mit das wichtigste „Werkzeug“ ist, was er neben der Kamera und den Objektiven im Einsatz hat. Daher sollte hier nicht am falschen Ende gespart werden. Wenn die Bilder anschließend unscharf sind, weil das Stativ dem Wind nicht Stand hält oder die Kamera gar ins Wasser fällt, dann war jeder gesparte Euro umsonst. Ich behaupte sogar, dass ein Stativ mit entscheiden kann, wie viel Spaß man an der Landschaftsfotografie hat. Es sollte also immer ein guter Kompromiss zwischen Qualität und Geldbeutel sein.

Und hier ist das gute Stück:

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Die 90 Grad Funktion:

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Die 055er Serie gibt es als Aluminium und Carbon-Variante, ich besitze die Aluminium Ausführung.
Zudem gibt es das Stativ mit 3 und 4 Segmenten.

Regulär liegt meine Ausführung mit 3 Segmenten und Alu bei ca. 160-180€, ich hatte großes Glück und habe es reduziert für 120€ gekauft.
Der große Vorteil von Carbon wäre ein geringeres Gewicht (2000g zu 2500g), dieser Unterschied ist mir persönlich allerdings keine 180€ wert, da die Carbon-Variante bei etwa 300€ liegt, mit 4 Segmenten sogar noch mehr.

Wer sich mit den Manfrotto Stativen beschäftigt wird evtl. früher oder später vor der Frage stehen: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem MT055XPRO3 und dem MT190XPRO3? Denn beide Stative sind augenscheinlich völlig identisch. Der ausschlaggebende Unterschied liegt in der Stabilität. Das 190er soll schon recht stabil sein, jedoch ist der Durchmesser der Beine etwas geringer als bei der 055er Serie. Auch die maximale Höhe ist 10cm niedriger als beim MT055.
Da der Preisunterschied jedoch nicht signifikant ist (bzw. bei meinem Angebot sogar niedriger war), fiel mir die Entscheidung für das bessere Modell nicht schwer.

Nun hielt ich das Objekt der Begierde also endlich in der Hand und ich muss sagen:

Es ist einfach nur geil! 😉
Es macht schon Spaß, wenn ich mir überhaupt vorstelle damit in den kommenden Jahren unterwegs zu sein.
Die Verarbeitung ist großartig, es setzt für mich neue Maßstäbe in Sachen Stabilität, das Schnellschlusssystem funktioniert perfekt und die neigbare Mittelsäule erfüllt nun auch endlich meinen Wunsch nach Hochformat ohne Einschränkungen.

Zudem hat das Stativ noch mehr tolle Features, beispielsweise einen separaten Anschluss für weiteres Zubehör. Ich bin gespannt, in wiefern dieser für mich noch eine Rolle spielen wird.
Auch die maximale Höhe von 170cm (statt 159cm beim Rollei) wird mir in Zukunft Freude bereiten, da ich diese paar Zentimeter schon ab und zu vermisst habe.

Bei aller Euphorie gab es einen einzigen, nicht ganz unwesentlichen Kompromiss, den ich eingehen musste. Qualität hat nicht nur ihren Preis, sondern auch ihr Gewicht.
Während das Rollei mit seinen 800g für mich als Last eher zu vernachlässigen war, hat die neue Kombi stolze 3500g Eigengewicht. Das wird definitiv eine Umstellung, die ich aber aufgrund der vielen Vorteile gerne in Kauf nehme.

Und wenn es doch mal kompakter sein muss darf auch gerne nochmal das Rollei zum Einsatz kommen.

Ich habe also die für mich perfekte Kombination gefunden.

Trotzdem möchte ich nochmal betonen: so ein Kauf lohnt sich nur, wenn man genau weiß, was man braucht, was man möchte und wie oft es tatsächlich genutzt wird.
Für den Einstieg und sogar etwas drüber hinaus würde ich das Rollei C5i jederzeit uneingeschränkt weiterempfehlen.

Wenn ich meinen neuen Begleiter den ersten Härtetests unterzogen habe folgt auch noch ein weiterer Beitrag. Ich hoffe doch sehr, dass sich meine Begeisterung auch im Alltag bestätigt.

Solltet Ihr Fragen zu einem der genannten Produkte haben schreibt mir gerne über das Kontaktformular und ich werde sie Euch bestmöglich beantworten.

Ein Gedanke zu „Ein neues Stativ zieht ein – Teil 2: das Stativ (Manfrotto MT055XPRO3 vs. Rollei C5i)“

  1. Wie immer ein toller Bericht, der einem professionellen Testbericht in nichts nachsteht. Zudem sind deine Schilderungen immer sehr lebendig und motivierend…wenn ich das Manfrotto nicht schon hätte, würde ich es jetzt als Kauf sehr ernsthaft in Erwägung ziehen.👍👍👍

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