Sony A7iii – Erster Eindruck & Vergleich zur A7ii

Es ist soweit: ich bin endlich stolzer Besitzer der Sony Alpha 7III.

Seit dem Launch am Jahresanfang habe ich diese Kamera intensiv verfolgt und mir war ab dem ersten Moment klar: ich muss sie haben!

Wenn ich zuvor hätte aufzählen müssen, was ich an meiner bisherigen A7II vermisse und mir sehnlichst wünsche, dann wären alle Features der neuen A7III dabei heraus gekommen. Über ein halbes Jahr später halte ich sie nun in meinen Händen und bin einfach nur schwer verliebt.

In diesem Blogbeitrag möchte ich Euch an meinen ersten Eindrücken teilhaben lassen und kurz auf die für mich wichtigsten Neuerungen (auch im Vergleich zur A7II) eingehen. Ein ausführlicher Review folgt dann natürlich später, wenn ich sie auf Herz und Nieren in der Praxis testen konnte.

Die Sony A7II ist und bleibt eine tolle Kamera, jedoch gab es einige Dinge, die mich zunehmend störten und im Einsatz hinderlich waren. Für die Landschaftsfotografie würde ich sie nach wie vor weiter empfehlen, in der Portraitfotografie von Mensch und Tier leider nicht. Am allermeisten störte mich die Genauigkeit sowie die Geschwindigkeit des Auto-Fokus, den ich in der Landschaftsfotografie selten nutze. Bei meinen Tiershootings hatte ich jedoch grundsätzlich Unmengen an Ausschuss, weil der Auto-Fokus nicht richtig saß. Gerade Bewegtbilder waren davon betroffen, aber auch normale Portraits, die evtl. nicht unter optimalen Lichtverhältnissen aufgenommen wurden.

Aber nun zu den Features der A7III, um die es sich hier dreht.

Gekauft habe ich sie für 2299€ bei Calumet in Hamburg. Preislich ist die Kamera vom ersten Tag an sehr stabil, sicherlich auch, weil es nach wie vor Lieferschwierigkeiten gibt und die Nachfrage sehr hoch ist.

Wer die A7II und die A7III nebeneinander stellt wird auf den ersten Blick rein optisch nur wenige Veränderungen wahrnehmen. Das ist in meinen Augen jedoch gut so, denn in Sachen Design brauchen sich Sony Vollformatkameras keinesfalls verstecken.
Die Haptik ist hingegen spürbar anders. Sie liegt etwas besser in der Hand als die A7II und lässt sich durch die neue Anordnung einiger Tasten und den neuen Cursor schneller und intuitiver bedienen. Die A7III ist etwas schwerer, die 57g Unterschied fallen mir jedoch nicht auf, wenn ich sie in der Hand halte. Die Abmessungen sind sehr ähnlich, lediglich die Tiefe hat 3mm dazu gewonnen, was u.a. ein Grund für die bessere Haptik sein könnte.

Hier einige Vergleichsbilder, links ist die A7II, rechts die A7III:

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Welches sind nun die für mich wichtigsten und damit kaufentscheidenden Features an dieser hoch gelobten Kamera?

  1. Der Auto-Fokus:
    Wie eingangs erwähnt hat mich der AF an der Sony A7II des Öfteren um den Verstand gebracht. Der Auto-Fokus der A7III ist gar kein Vergleich hierzu, er ist unglaublich präzise, schnell und einfach nur grandios. Auch der Augen-Auto-Fokus ist der Wahnsinn und erleichtert das fokussieren bei Bewegtbildern enorm. Auch die A7II besaß schon diese Funktion, jedoch war sie meist mehr oder weniger genau und vor allem nur im Modus AF-S einstellbar. Die A7III ermöglicht mir nun auch im Nachfolgemodus (AF-C) den Augen-Auto-Fokus zu nutzen – und das mit einer beeindruckenden Genauigkeit. Im späteren Review werde ich Euch berichten wie sehr sich der Ausschuss an schlecht fokussierten Bildern nun reduziert hat.
  2. Die 2 Speicherkartenslots:
    Die A7III hat genauso wie die A9 und die A7RIII 2 Speicherkartenslots, mit denen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Ich kann sie natürlich ganz normal nacheinander beschreiben, u.a. aber auch auf einer Karte RAW und auf der anderen .jpg speichern oder den Inhalt einer Karte auf die andere spiegeln lassen. Da ich während der Tiershootings häufig im Serienbildmodus arbeite kommen sehr viele Bilder zustande, nicht selten ist es hier schon passiert, dass die Speicherkarte in einem ungünstigen Moment voll war und ich sie tauschen musste. Das wird mir mit 2 SD Karten nicht mehr passieren. Ich nutze meistens 64GB Karten. Mit meinen aktuellen Einstellungen kann jede Karte 1279 Bilder speichern. Das sollte wohl auch für die längsten Shootings und Ausflüge reichen. 😉
  3. Die Akkulaufzeit:
    Sony hat es endlich geschafft! Wie schon bei der A9 und der A7RIII hat die A7III endlich den neuen NP FZ100 spendiert bekommen, der die bisherige Akkulaufzeit sage und schreibe einfach mal verdoppelt! Laut Herstellerangaben waren so mit dem Akku der A7II ca. 350 Aufnahmen mit einer Akkuladung möglich, bei der A7III sind es 710 Aufnahmen. Durch den Batteriegriff den ich an der A7II genutzt habe war die schlechte Akkulaufzeit kein akutes Problem, ohne Batteriegriff hätte sie mich wahrscheinlich graue Haare gekostet.
    Chapeau Sony, endlich ist der Akku nie wieder ein Thema und ich kann mich voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren.
  4. Der Silent Shutter:
    Die geräuschlose Auslösung war für mich schon lange ein wichtiges Feature, welches mir die A7II leider nicht geboten hat. Es gibt einige Anlässe in denen das Geräusch des Auslösers wirklich störend ist, bspw. Hochzeiten. Ab sofort kann ich mich mit 2 Tastendrücken kurzerhand entscheiden den Ton beim Auslösen ein- oder auszuschalten.
  5. Die neue Anordnung der Tasten:
    Mein erster Eindruck ist hier sehr positiv und gefühlt ist die Anordnung der Tasten bei der A7III intuitiver als beim Vorgänger. Ob ich das in der Praxis immer noch so bestätige werde ich Euch dann später mitteilen. Ebenso die Bedienung des neuen Cursors.
    Was jedoch schon jetzt positiv zu erwähnen ist: Ich kann die Tasten VIEL flexibler belegen. Bei der A7II war man ziemlich eingeschränkt und viele Funktionen waren gar nicht für die Kurzwahltasten verfügbar. Das wurde bei der A7III komplett überarbeitet, sodass ich nun bis zu 22 Seiten mit Funktionen habe, die ich den Kurzwahltasten zuordnen kann.
  6. Der Touchscreen:
    Die Sony A7III besitzt nun endlich ein Touchscreen Display. Ich habe schon einige Meinungen gehört die bemängeln, dass dieses nicht in vollem Umfang nutzbar ist, beispielsweise zur Steuerung im Menü. Mich persönlich stört das überhaupt nicht, denn der Touchscreen braucht für mich lediglich eine einzige Funktion, die ich mir schon lange gewünscht habe: den Auto-Fokus Punkt kurzer Hand mit dem Daumen auf dem Display festlegen. Diese mehr als hilfreiche Funktion bietet mir die A7III und hat mich damit voll und ganz zufrieden gestellt.
  7. Serienbilder:
    Kurz und knapp – die A7III ist in der Lage 10 Bilder pro Sekunde aufzunehmen, während es bei der A7II gerade einmal die Hälfte waren, nämlich 5. Vor allem für die Tierfotografie eine wichtige und tolle Verbesserung.
  8. Die ISO-Empfindlichkeit:
    WOW, mehr bleibt da fast nicht zu sagen. Auch die A7II hat noch brauchbare Fotos bei ISO 3200 gemacht, was kein schlechter Wert ist. Aber: die A7III kann nicht nur bis ISO 51200 (statt 25600) eingestellt werden, sie macht sogar noch bei ISO 12800 richtig gute Fotos, die man ohne Probleme mit etwas Rauschreduzierung verwenden kann. Das ist der Wahnsinn! Selbst ISO 32.000 könnte ich noch gut verschmerzen, wenn ich das Rauschen etwas stärker via Lightroom oder Photoshop unterdrücke.
    Es sei kurz erwähnt, dass sie sich damit nicht nur kurz hinter dem absoluten ISO-Monster, der Sony A7SII einreiht, sondern sogar noch vor der deutlich teureren A7RIII liegt.
    Damit Ihr meine Begeisterung nachvollziehen könnt habe ich einfach mal ein paar (unspektakuläre) Beispielbilder gemacht. Ich habe versucht die Helligkeit durch Veränderung der Verschlusszeit einigermaßen identisch zu halten, die Blende war konstant bei f1.4, aufgenommen mit dem Sigma Art 35mm. Alle Bilder sind von RAW in .jpg konvertiert und komplett unbearbeitet. Überzeugt Euch selbst von dieser unglaublichen Leistung im High-ISO Bereich:

ISO 100ISO 100

ISO 400ISO 400

ISO 1000ISO 1000

ISO 1600ISO 1600

ISO 3200ISO 3200

ISO6400ISO 6400

ISO 12800ISO 12800

ISO 32000ISO 32000

ISO 32000 inkl. RauschreduzierungISO 32000 inkl. Rauschreduzierung

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich unfassbar glücklich bin die Sony A7III endlich mein Eigen nennen zu dürfen. Sony hat mit ihr nicht nur eine unglaublich gute Kamera auf den Markt gebracht, sondern auch eine unglaublich gute Kamera zu einem absolut fairen Preis. Denn wenn man die A7RIII (ca. 3.299€) und die A9 (ca. 4.199€) zum Vergleich heran zieht, steht sie beiden Modellen ist fast nichts nach, zum Teil überholt sie diese sogar (siehe ISO im Vergleich zur A7RIII).
Lediglich die hohe Auflösung der A7RIII (42,4MP statt 24MP bei der A7III) und der etwas besser aufgelöste elektronische Sucher wären ein Kaufargument, jedoch nur für diejenigen, die darauf Wert legen. Ich gehöre nicht dazu.

Danke Sony, für dieses Schmuckstück!

Ich werde sie in den kommenden Monaten ausgiebig testen und später über mein Urteil im Alltag einen weiteren Beitrag schreiben.

Bei Fragen gilt wie immer: schreibt mir gerne!

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